Schlussfolgerungen beim Fachdiskurs "Smart und Mobil - Chancen digitaler und mobiler Medien nutzen" (24.11.2013)

Der dreitägige Fachdiskurs "Smart und Mobil - Chancen digitaler und mobiler Medien nutzen" auf dem Forum Kommunikationskultur 2013 der GMK mit über 300 Medienpädagogen/innen kam zu folgenden Schlussfolgerungen:

1. Der politische Diskurs um die grenzenlose Verletzung der Privatheit durch geheime Dienste, aufgedeckt durch Edward Snowden, macht deutlich, dass die Potenziale aller Technologien, die es gibt, auch genutzt werden - und nicht immer im Sinne der Förderung demokratischer Strukturen. Wir brauchen daher dringend einen politischen Diskurs über digitale Teilhabe.

2. Digitale Kommunikation und digitale Medien ermöglichen nicht automatisch eine stärkere Beteiligung an politischen Prozessen. Politische Kräfteverhältnisse verschieben sich nicht von selbst, allerdings ist es dank digitaler Medien auch nicht etablierten Kräften möglich, politische Prozesse an die Öffentlichkeit zu bringen, die sonst im Verborgenen geblieben wären. Dies in einen politischen Mechanismus zu verwandeln, in dem Politik und Bürger in einen stärkeren Dialog treten, ist eine Herausforderung für politische Bildung.

3. Digitale Medien und digitale Kommunikation bieten die Voraussetzung einer besseren Artikulation auch von bildungsfernen Gruppen in unserer Gesellschaft. Dass diese auch genutzt werden können, dafür braucht es medienpädagogische Unterstützung, Bildungskonzepte und den politischen Willen.

4. Gerade die digitalen Techniken ermöglichen Voraussetzungen für eine bessere Inklusion. Doch diese Inklusion geschieht nicht von alleine, sondern benötigt Konzepte sowie Menschen, die diese umsetzen.

5. Das weltumspannende digitale Netz schafft neue Machtstrukturen. Diese werden sowohl von internationalen Konzernen als auch von Staaten und staatlichen Institutionen genutzt. Auch hier ist es eine wichtige Aufgabe von Bildung und Pädagogik, Bürger in ihren Bürgerrechten zu stärken.

6. Kinder und Jugendliche wachsen in unsere aktuelle, digital geprägte Welt hinein und nähern sich unbefangen allen Angeboten und Neuerungen. Pädagogik, Bildung und Politik müssen antizipieren, dass Sozialisationsprozesse heute in starkem Maße mit digitaler Kommunikation verbunden sind. Zugleich gilt es auch, die Risiken zu erkennen und zu vermeiden.

7. Die aktuellen Medienentwicklungen bieten viele neue Chancen: So könnten Pädagoginnen und Pädagogen heute ohne einen Koffer mit schweren Geräten in die Klasse gehen und sagen: "Holt doch mal euer Smartphone heraus. Wir drehen jetzt einen Film." - Damit haben viele Schulen aber noch Schwierigkeiten, möchten sie doch am liebsten das Smartphone aus der Schule verbannen.

8. Smartphones sind mobil und smart im Sinne von schlau. Dies hat eine doppelte Bedeutung: Wer diese smart nutzt, kann sich in vielen Situationen "schlau machen". Doch Ziel jeder Pädagogik heute sollte sein: Macht Kinder und Jugendliche zu smarten, mobilen Nutzern digitaler Medien, damit sie nicht in die Falle von Ortungsdiensten oder App-Zugriffen geraten. Kinder und Jugendliche sollten befähigt werden, sensibel mit allem umzugehen, was ihnen im realen und digitalen Leben begegnet und darüber nachzudenken, welche Konsequenzen dies für sie selbst und für andere haben kann.
Insgesamt forderten die medienpädagogischen Experten eine umfassende Reform des Bildungssystems, das auf die digital geprägten Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen heute eingeht und die Bildungschancen mobiler Medien einbezieht.

(aus der Pressemitteilung vom 24.11.2013)

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